Autismus Talk - Beziehungen wollen und trotzdem scheitern
Shownotes
Beziehungen scheitern bei Autismus und ADHS selten an fehlender Liebe. Häufig scheitern sie an Missverständnissen, unausgesprochenen Erwartungen und fehlender Passung. Neurodivergente Menschen brauchen oft Klarheit, emotionale Sicherheit und Struktur, während modernes Dating Mehrdeutigkeit, Tempo und permanente Bewertung belohnt.
Ein zentrales Thema der Folge sind Dating Checklisten, Green Flags und Red Flags. Ursprünglich gedacht als Schutz, werden sie im Alltag oft zu starren Bewertungssystemen. Viele autistische oder ADHS typische Verhaltensweisen werden dabei fälschlich als Warnzeichen interpretiert, obwohl sie keine Grenzverletzungen darstellen.
Dating Apps verstärken diese Dynamiken zusätzlich. Plattformen wie Tinder oder Bumble setzen auf schnelle Entscheidungen, Vergleich und Austauschbarkeit. Für viele neurodivergente Menschen führt das zu emotionaler Überlastung, Selbstzweifeln und sogenanntem Dating Burnout.
Dating Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler Erschöpfung durch wiederholtes Dating ohne stabile Bindung. Hoffnung, Investition und Ablehnung wechseln sich ab, während der Wunsch nach Nähe bestehen bleibt. Besonders belastend sind abrupte Kontaktabbrüche ohne Erklärung, da sie keine Einordnung ermöglichen.
Diese Folge macht deutlich, dass Dating Burnout keine persönliche Schwäche ist, sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf ein System, das nicht auf neurodivergente Bedürfnisse ausgelegt ist. Sie lädt dazu ein, Beziehung nicht als Leistung zu betrachten, sondern als etwas, das passende Bedingungen braucht.
Wenn du dich in dieser Folge wiederfindest, bist du nicht allein. Nähe darf anstrengend sein. Sie sollte aber nicht dauerhaft erschöpfen.
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und willkommen bei einer neuen Folge von Autismus Talk, dem Podcast der Verständnesschaft.
00:00:07: Ich bin Mike Blumenberg, Autor, Podcaster und Content Creator.
00:00:11: Hier spreche ich offen über Autismus, über echte Erfahrungen, Aufklärung und das Leben auf dem Spektrum, mit dem Ziel mehr Bewusstsein und Akzeptanz zu schaffen.
00:00:21: Schön, dass du eingeschaltet hast und Teil dieser Reise bist.
00:00:25: Ja, ich wollte einmal kurz erst mal anfangen über die.
00:00:29: Das war mit dem Hauptthema anfangen.
00:00:32: Habe ich momentan ein bisschen Schwierigkeiten.
00:00:34: Es kostet momentan alles sehr viel Energie, auch mit der Arbeit und so, weil Arbeit ist schon extrem anstrengend für Menschen mit Autismus, besonders auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu bleiben, weil wir halt immer versuchen, mit den Kollegen mitzuhalten.
00:00:53: Und ich merke einfach auch, wie ich immer mehr an meine Grenzen komme und nach der Arbeit überhaupt kaum noch Kraft habe, wirklich noch andere Sachen zu machen.
00:01:01: Und ja, dadurch bleibt leider auch momentan zum Beispiel der YouTube, also der Instagram-Kanal auf der Strecke.
00:01:10: Bei YouTube habe ich jetzt versucht, ein bisschen was zu ändern.
00:01:12: Ich wollte jetzt Reaction machen, die aber leider nicht freigegeben werden von YouTube.
00:01:17: Obwohl ich vom ZDF gesagt bekommen habe, dass die gerne mögen, dass man Reaction auf ihre Beiträge macht.
00:01:23: Ja, deswegen ist das gerade etwas schwieriger mit dem Content, den Podcast werde ich weiterversorgen, aber bei den anderen bin ich einfach sehr viel grad an meine Grenzen, weil ich auch keine Unterstützung habe oder so.
00:01:41: Ich hoffe, dass ich das bald wieder geregelt bekomme und ja.
00:01:46: Da werden wir schauen, vielleicht finde ich eine Partnerin, die mich unterstützt dabei irgendwann mal, damit das ein bisschen einfacher ist für mich.
00:01:56: Oder halt, ich kriege mehr Follower, dass ich halt auch Geld über diese ganzen Projekte bekommen kann, damit ich dann halt meine eigentliche Arbeit reduzieren kann und mich mehr auf das Content konzentrieren kann.
00:02:11: Aber bis dahin muss ich es irgendwie schaffen zu... Ja, bestehen.
00:02:17: Apropos Beziehungen, das ist heute natürlich unser Thema.
00:02:22: Die Audio vom letzten Mal war irgendwie, keine Ahnung, ich habe versucht auszutauschen, aber irgendwie habe ich glaube ich die überkopiert und dadurch ist sie jetzt komplett verschwunden, deswegen habe ich sie jetzt nochmal neu aufgenommen.
00:02:35: natürlich mit auch aktuelleren Fakten.
00:02:37: Also wir kommen jetzt erstmal wieder zu den Neuigkeiten der letzten Woche.
00:02:40: und dann das Thema Beziehung, Dating, Checklisten und Dating Burnout aus Sicht Autismus und ADHS.
00:02:48: Ja, dann fange ich am besten erstmal den aktuellen Entwicklungen zu Autismus und ADHS an.
00:02:55: Also bevor wir in das eigentliche Wochenthema einsteigen, möchte ich kurz über ein paar Entwicklungen sprechen, die in der letzten Woche rund um Autismus und ADHS veröffentlicht wurden.
00:03:07: Es geht dabei nicht um Sensationen oder schnellen Schlagzeilen, sondern um solide Forschung und Einordnung.
00:03:15: Genau das ist mir wichtig, weil in diesem Bereich sehr viel Unsicherheit und auch sehr viel Informationen unterwegs sind.
00:03:27: Ein Thema, das in der letzten Woche immer wieder für große Verunsicherung gesorgt hat, war immer noch das Thema Paracetamol in der Schwangerschaft.
00:03:37: Es gab lange die Sorge, dass die Einnahme von Paracetamol, das Risiko für Autismus und ADHS bei Kindern erhöhen könnte.
00:03:46: In der letzten Woche wurde dazu neue, sehr gründliche Auswertungen veröffentlicht und eingeordnet, unter anderem im berittig Medical Journal.
00:03:58: Das Ergebnis ist rechtsklar.
00:04:05: Wenn man hochwertige Studien betrachtet und dabei Faktoren wie familiäre Hintergründe, genetische Einflüsse und den Gesundheitszustand der Mutter mit einbezieht.
00:04:18: Dann zeigt sich kein belastbarer Zusammenhang zwischen Paratetamol und Autismus oder ADHS.
00:04:25: Frere Hinweise lassen sich sehr wahrscheinlich dadurch erklären, dass Paratetamol oft wegen Fieber, Schmerzen oder Infektionen eingenommen wurden.
00:04:37: und nicht die Ursache selbst waren.
00:04:40: Das ist wichtig, weil es zeigt, wie schnell Angst entstehen kann, wenn Zusammenhänge nicht sauber geprüft werden.
00:04:49: Die Aussage ist nicht, dass Medikamente harmlos sind, sondern, dass es aktuell keine wissenschaftliche gesicherten Belege für diese konkreten Risiken gibt.
00:05:04: Ein zweites Thema betrifft ADHS im Erwachsenenalter.
00:05:08: In der letzten Woche wurde Daten aus mehreren europäischen Ländern veröffentlicht und diskutiert, unter anderem von Forschenden aus dem Umfeld der University of Oxford.
00:05:24: Diese Daten zeigen, dass die Verschreibung von ADHS-Medikamenten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, besonders bei Erwachsenen und hier vor allem bei Frauen.
00:05:37: Das bedeutet nicht automatisch, dass ADHS plötzlich häufiger geworden ist.
00:05:47: Vieles spricht dafür, dass ADHS bei Erwachsenen lange unübersehen oder falsch eingeordnet wurden und jetzt besser erkannt wird.
00:05:57: Die Daten selbst sind sehr robust.
00:06:01: weil sie aus großen Gesundheitssystemen stammen und über viele Jahre hinweg gesammelt wurden.
00:06:07: Offen bleibt die Frage, wie gut Diagnostik, Begleitung und Versorgung Schritt halten können.
00:06:15: Der Trend an sich ist gut belegt, die Interpretation muss aber differenziert bleiben.
00:06:23: Ein dritter Punkt betrifft die langfristigen Auswirkungen von ADHS.
00:06:29: Forscher vom University College London haben in der letzten Woche neue Ergebnisse zu einer großen Langzeitstudie vorgestellt.
00:06:40: Dabei wurden Menschen über Jahrzehnte begleitet von der Kindheit bis ins mittlere Erwachsenenalter.
00:06:48: Die zentrale Erkenntnis ist, dass stärkere ADHS-Merkmale in der Kindheit statistisch mit mehr körperlichen Gesundheitsproblemen in späterem Leben zusammenhängen könnten.
00:07:01: Wichtig ist hier die Einordnung.
00:07:03: Die Studie sagt nicht, dass ADHS automatisch krank macht.
00:07:07: Sie zeigt Zusammenhänge.
00:07:11: keine direkten Ursachen.
00:07:14: Wahrscheinlich spielen ja viele Faktoren eine Rolle, zum Beispiel Stress, Schlafprobleme, soziale Belastungen und Schwierigkeiten mit Zugang zu medizinischer Versorgung.
00:07:26: Trotzdem ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass ADHS kein Thema ist, das sich nur auf Schule oder Beruf beschränkt.
00:07:35: Wenn man diese drei Punkte zusammen betrachtet, ergibt sich ein Bild.
00:07:41: dass weniger dramatisch ist, als viele Schlagzeilen vermuten lassen, aber dafür deutlich realistischer.
00:07:55: Forschung wird genauer werden, sauberer, geprüft und einfach.
00:08:03: Schuldzuweisungen halten immer seltener Stand.
00:08:07: Gleichzeitig Ich bin momentan ein bisschen durch.
00:08:13: Gleichzeitig zeigt sich, dass Autismus und ADHS-Thema Themen sind, die Menschen über das ganze Leben begleitet und nicht nur einzelne Lebensphasen betreffen.
00:08:27: Mit dieser Überblick gehen wir jetzt ins eigentliche Wochenthema.
00:08:31: Dort verlassen wir die Studienebene und schauen darauf, wie sich.
00:08:39: Beziehungen waren.
00:08:48: für mich nie etwas Leichtes oder Unverbindliches.
00:08:53: Ich habe sie immer sehr ernst genommen.
00:08:58: Vielleicht sogar zuerst.
00:09:00: Nähe bedeutet für mich nicht einfach Zusammensein, sondern Verantwortung, Verlässlichkeit und Bindung.
00:09:08: Wenn ich mich auf jemanden eingelassen habe, dann ganz emotional, gedanklich und oft auch mit einem hohen Maß an Anpassung.
00:09:19: Rückblickend erkenne ich ein Muster, das sich durch viele meiner Beziehungen zieht.
00:09:26: Es begann meist mit intensiver Nähe.
00:09:30: Ich habe schnell Vertrauen aufgebaut, mich stark gebunden und versucht Stabilität herzustellen.
00:09:39: Gleichzeitig war da von Anfang an eine innere Unsicherheit.
00:09:44: Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil mir vieles, was unausgesprochen blieb, schwer gefallen ist.
00:09:55: Ich hatte große Probleme, damit.
00:09:59: subtile Erwartungen zu erkennen, kleine emotionale Machtspiele, Indirekte Vorwürfe oder unausgesprochene Regeln habe ich oft erst sehr spät oder gar nicht verstanden.
00:10:13: Stattdessen habe ich die Verantwortung bei mir gesucht.
00:10:18: Ich habe gedacht, ich sei nicht aufmerksam genug, nicht feinfühlig genug, nicht ausreichend.
00:10:26: Das hat mich anfällig gemacht für Schuldgefühle.
00:10:30: und für Situationen, in denen meine Grenzen schleichend überschritten wurden.
00:10:37: Ein zentrales Thema in meinem Beziehungsleben war immer mein starkes Bedürfnis nach Klarheit und Verlässlichkeit.
00:10:48: Unklare Situationen haben bei mir Stress ausgelöst.
00:10:52: Wenn Nähe und Distanz sich ständig abgewechselten, Wenn Worte und Verhalten nicht zusammengepasst haben, dann hat mich das innerlich destabilisiert.
00:11:07: Ich habe darauf unterschiedlich reagiert, manchmal mit Rückzug, manchmal mit Überanpassung.
00:11:15: Beides war kein bewusster Plan, sondern ein Versuch innere Ordnung herzustellen.
00:11:22: In mehreren Beziehungen habe ich gemerkt, dass mir Struktur und Sicherheit so wichtig wurden, dass ich meine eigenen Bedürfnisse hinten angestellt habe.
00:11:33: Ich habe an Beziehungen festgehalten, nicht weil sie mir gut getan haben, sondern weil sie mir halt gegeben haben.
00:11:41: Das ist ein unangenehmer Erkenntnis, aber eine ehrliche.
00:11:49: Ein weiterer Punkt war meine emotionale Regulation.
00:11:54: Gefühle kamen bei mir oft sehr intensiv.
00:11:59: Freude, Nähe, Angst, Verlust.
00:12:02: All das hatte eine große Wucht durch Autismus und verstärkt durch ADHS.
00:12:10: Viel ist mir schwer, diese Gefühle einzuordnen und wieder abklingen zu lassen.
00:12:17: Besonders... Verlustangst spielte eine große Rolle.
00:12:22: Wenn Bindungen instabil wurden oder sich plötzlich veränderten, hat mich das überdurchschnittlich stark getroffen.
00:12:33: Trennungen oder abrupte Kontaktabbrüche haben bei mir nicht einfach Traurigkeit ausgelöst, sondern echte Krisen, Rückzug, Grübeln, depressive Phasen, nicht weil ich Drama wollte, sondern weil mein Nervensystem mit dieser Form von Unsicherheit schlecht umgehen konnte.
00:12:55: Ein Muster, das von außen oft falsch verstanden wurde, war mein Rückzug in kontrollierbare Welten, Gaming, digitale Kommunikation, Rückzug in bekannte Strukturen.
00:13:09: Das war kein Desinteresse an Partnerinnen.
00:13:13: Es war Selbstschutz, eine Möglichkeit Reize zu reduzieren und wieder bei mir anzufangen.
00:13:22: Von außen wurde das jedoch häufig als emotional Distanz oder Gleichgültigkeit interpretiert.
00:13:31: Das hat Konflikte verstärkt und Missverständnisse vertieft.
00:13:36: Auch familiär zieht sich dieses Thema durch mein Leben.
00:13:41: Die fehlende, stabile Bindung zu meinen Vater und spätere Konflikte rund um meine eigene Vaterrolle haben mein Verständnis zu Nähe, Vertrauen und Verantwortung stark geprägt.
00:14:00: Nähe war für mich immer etwas Ambivalentes.
00:14:04: Einerseits ein Grundbedürfnis, andererseits mit Unsicherheit verbunden.
00:14:12: Heute sehe ich meine Beziehungsgeschichte anders.
00:14:16: Sie ist nicht daran gescheitert, dass ich nicht lieben konnte.
00:14:21: Sie ist daran gescheitert, dass neue divergente Bedürfnisse nicht gesehen, nicht verstanden oder nicht ernst genommen wurden.
00:14:31: Klare Kommunikation, emotionale Sicherheit, Struktur und Geduld sind für mich keine Extras.
00:14:41: Sie sind Voraussetzung.
00:14:43: Diese Erkenntnis kam spät, aber sie ist heute zentral für meinen Umgang mit mir selbst und mit näher.
00:14:53: Ja, natürlich auch im fachlichen Bereich komme ich wieder zu einigen Informationen.
00:14:59: Wenn wir über Beziehung bei Autismus und ADHS sprechen, müssen wir weg von der Frage, ob diese Menschen beziehungsunfähig sind.
00:15:09: Diese Frage ist fachlich längst beantwortet.
00:15:13: Ja, sind sie.
00:15:15: Die eigentliche Frage ist, unter welchen Bedingungen Beziehungen stabil funktionieren können.
00:15:22: Autismus beeinflusst vor allem Kommunikation, Wahrnehmung und Bedürfnis nach Vorhersieberkeit.
00:15:30: Viele autistische Menschen brauchen Klarheit, explizite Absprachen und emotionale Sicherheit.
00:15:40: Implizierte Erwartungen, Andeutungen oder wechselhafte Signale führen schnell zu Stress.
00:15:49: Das wird im Beziehungskontext häufig missverstanden und als emotionale Kälte oder mangelnde Empathie fehlinterpretiert.
00:16:00: ADHS beeinflusst Beziehungen auf eine andere Weise.
00:16:04: Hier spielen emotionale Intensität, Impulsivität und Schwierigkeiten mit Alltagsstrukturen eine große Rolle.
00:16:15: Am Anfang von Beziehungen erleben viele Menschen mit ADHS eine sehr starke Bindung, hohe Präsenz und Begeisterung.
00:16:27: Im weiteren Verlauf kann der Alltag dann zur Herausforderung werden.
00:16:32: Vergessen.
00:16:33: Aufschieben oder emotionale Überforderungen werden von Partnern oft als fehlende Wertschätzung gelesen, obwohl sie es nicht sind.
00:16:44: Besonders schwierig wird es, wenn moderne Datingkonzepte hinzukommen.
00:16:49: Checklisten, Greenflex und Redflex sollen eigentlich schützen.
00:16:56: Sie sollen helfen, gefährliche Muster früh zu erkennen.
00:17:02: Das Problem entsteht, wenn dieses Konzept undifferenziert angewendet wird.
00:17:09: Viele Merkmale von Autismus und ADHS landen heute auf Red Flag Listen, obwohl sie keine Grenzverletzung darstellen.
00:17:19: Blickkontakt wird als Desinteresse gewertet.
00:17:23: Direktheit als mangelnde Empathie, Rückzug als Bindungsangst, Bedürfnis nach Struktur als Kontrollverhalten, emotionale Intensität als Instabilität.
00:17:39: Das führt dazu, dass nur divergente Menschen oft aussortiert werden, bevor überhaupt ein echtes Kennenlernen stattgefunden hat.
00:17:50: Nicht weil sie gefährlich oder respektlos wären, sondern weil sie nicht in das neurotypische Datingscript passen.
00:17:59: Dating-Apps verstärken dieses Problem massiv.
00:18:02: Plattformen wie Tinder oder Bumble sind auf schnelle Entscheidungen, Oberflächlichkeit und Vergleich ausgelegt.
00:18:12: Kommunikation wird fragmentiert.
00:18:16: Beziehungen werden bewertet wie Produkte.
00:18:20: Für neurodivergente Menschen bedeutet das Dauerstress.
00:18:25: Hier entsteht häufig sogenannte Dating Burnouts.
00:18:29: Ein Zustand emotionale Erschöpfung durch wiederholte Datingversuche ohne stabile Bindung.
00:18:37: Typisch sind innere Leere Zynismus gegenüber Beziehungen, sinkende Motivation und gleichzeitig Wunsch nach Nähe.
00:18:49: Besonders belastend ist dabei Ghosting, also plötzlicher Kontaktabbruch ohne Erklärung.
00:18:57: Für viele autistische Menschen ist das nicht einfach eine Enttäuschung, sondern ein massiver Stressor, weil keine Einordnung möglich ist.
00:19:12: Dating Burnout ist keine persönliche Schwäche.
00:19:16: Es ist eine logische Reaktion auf ein System, das Schnelligkeit, Anpassung und Performance belohnt.
00:19:24: Neurodivergente Menschen versuchen oft diesen Anforderungen gerecht zu werden, indem sie sich anpassen, maskieren und eigene Bedürfnisse zurückstellen.
00:19:36: Das ist auf Dauer nicht haltbar.
00:19:40: Beziehungen funktionieren dann besser, wenn neurodivergente Bedürfnisse nicht als Defizite gesehen werden, sondern als andere Ausgangslage.
00:19:53: Klare Kommunikation ist keine Forschung, sondern eine Übersetzungshilfe.
00:20:01: Struktur ist keine Einschränkung, sondern Sicherheit.
00:20:06: Rückzug ist nicht Ablehnung, sondern Regulation.
00:20:11: Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass nicht jede Beziehung funktionieren muss, nicht jede Einsamkeit ist selbstverschuldet und nicht jedes Dating.
00:20:24: scheitern bedeutet fehlende Beziehungsfähigkeiten.
00:20:28: Für viele neurodivergente Menschen beginnt gesunde Beziehung dort, wo sie nicht mehr versuchen, in fremde Checklisten zu passen, sondern lernen ihre eigenen Voraussetzungen ernst zu nehmen.
00:20:43: Ja, zum Thema Dating, ich bin ja auch Single, wie wahrscheinlich einige von euch wissen, und ja, ich bin auch bei den ganzen sogenannten Dating-Apps, ob es jetzt Lovoo, Tinder, Bumble, Facebook Dating ist und ja, ich werde eigentlich grundsätzlich schon nach den ersten Satz tauschen, täuschen, gehostet.
00:21:13: Also, ich verstehe das schon gar nicht mehr.
00:21:17: Ich kann es nur so vorstellen, dass ich halt merkwürdig rüber komme.
00:21:21: bei den ersten Sätzen, dass sie ein komisches Gefühl haben und dann sagen, hier, es passt nicht, vielleicht auch einfach zu direkt, zu ehrlich.
00:21:28: Und was vielleicht auch manche überfordert, ich mache direkt Voice Nachrichten, weil ich dieses Schreiben als sehr schwierig finde, weil man da natürlich sehr viel auch viel interpretieren kann.
00:21:40: Ja, also ich versuche immer wieder neue Sachen dort auszuprobieren und versuche ehrlich sein, offener zu sein.
00:21:47: Aber ich habe das Gefühl, je ehrlicher und offener ich bin, umso schneller ziehen sich die Leute zurück.
00:21:52: Aber ich glaube auch, dass dieses Dating Burnout ein großes Thema ist.
00:21:57: Also dieses Ganze immer wieder von vorne anfangen.
00:22:00: Das ist sehr, sehr anstrengend, sehr stressig.
00:22:05: Ja, ich glaube, dass es auch bei neurotypischen Menschen genauso ist, immer wieder neu anzufangen.
00:22:10: Und es gibt halt auch wirklich hier, wo ich jetzt lebe, so wie mir es gesagt worden ist, von den weiblichen Gegenteilen und auch von meinen Freunden hier sehr, sehr viele nazistische Personen.
00:22:25: Das ist natürlich nur eine Aussage von denen.
00:22:27: Ich habe diese Menschen, die kennengelernt.
00:22:28: Ich weiß nicht, wie nazistisch sie wirklich sind.
00:22:31: Aber da geht es um... Schuldzuweisungen, der andere ist immer Schuld und Kontrolle über die Person.
00:22:41: Und das kann natürlich auch ein großes Punkt sein, weil diese Wahnsignale dann auch, wenn man davon zu viel erlebt, bei auch normalen Menschen ausgelöst werden kann.
00:22:51: Selbst wenn nur ein kleiner Funke in diese Richtung geht, ziehen die sich die Leute zurück und löschen einfach die Schätzung, was natürlich nicht fair den Menschen gegenüber ist, die nicht so sind.
00:23:03: Ich habe eigentlich nie die Chance wirklich zu zeigen, was für ein Mensch ich bin, weil ich gar nicht in diese Datingphase wirklich reinkomme.
00:23:15: Damals in Düsseldorf war alles anders.
00:23:17: Die Menschen waren toleranter, die haben mehr akzeptiert, die haben mehr Chancen gegeben.
00:23:24: Aber hier auf dem Land habe ich das Gefühl, die meisten so, ja, von... Beziehungen gestört, dass sie halt nicht mehr klar denken können und nicht mehr klar differenzieren können, ist das jetzt schädlich oder ist der Mensch dahinter doch eigentlich ein Guter und es kommt nur falsch rüber.
00:23:44: Ja, ich würde sagen damit sind wir am Ende der heutigen Folge.
00:23:50: Wenn du noch Fragen hast oder Anregungen für Themen, gerne in die Kommentare.
00:23:56: Wenn dir dieser Einblick geholfen hat und du neue Divergenz besser verstehen möchtest, findest du mich auch auf meinen anderen Kanälen, die ich natürlich immer noch versuche zu füllen, unter RealMike.
00:24:09: Da habe ich versucht über YouTube immer noch Videos zu machen, aber leider werden sie runter eingeschränkt, weil ich da Reaction auf andere Beiträge machen möchte.
00:24:16: Oder auch meinen Livestream, das wäre super, wenn ihr da, wenn ihr Interesse an Gaming habt, dass ihr mich da mal besuchen kommt, weil ich einfach mit diesen Projekten möchte, ich gerne in die Selbstständigkeit komme.
00:24:27: Ich möchte gerne mehr Leute erreichen, um nicht nur Geld zu verdienen damit.
00:24:33: sondern auch um Aufklärung zu betreiben.
00:24:36: Aber wenn ich es natürlich schaffe, mit diesen Projekten mein Lebensunterhalt zu bestreiten, kann ich mich viel mehr auf dieses Projekt konzentrieren und es fallen nicht irgendwelche Projekte oder Plattformen hinten runter, weil ich von zehn Stunden Arbeit so erschöpft bin, dass ich nichts mehr machen kann.
00:24:53: Deswegen wäre es super, wenn ihr mir auf den Kanälen, wo ihr auch aktiv seid folgt, mich unterstützt, kommentiert, liked.
00:25:02: Damit es größer wird, ich noch mehr Zeit investieren kann, diese Projekte noch professioneller machen kann.
00:25:09: Der Text Descript, den ich hier jetzt erstellt habe, der hat auch schon wieder zwei Stunden gedauert, die Information zusammen zu tragen und zu schreiben.
00:25:16: Und ja, deswegen ich brauche einfach diese mehr Zeit.
00:25:22: um noch hochwertigere Inhalte zu erstellen, was ich leider als Autist nur schwierig habe.
00:25:29: Also wie gesagt, Real Mike findet ihr unter YouTube, TikTok, Twitch und auch bei Instagram und AutismusTalk.Podcast.
00:25:39: Da könnt ihr auf YouTube, auf Instagram schauen und ich versuche da wieder neue Posts zu machen.
00:25:51: Wenn du also meine Arbeit unterstützen willst, wie gesagt, folgen, liken, kommentieren, damit wir noch mehr erreichen, damit ich mehr Zeit investieren kann, damit ich euch noch hochwertiger und ich möchte natürlich auch gucken, wenn ich größer bin, wenn ich es schaffe, dann auch wirklich mich mehr für diese Zusammenarbeit in Deutschland einzusetzen, damit Autismus und ADHS in Deutschland viel sichtbarer wird.
00:26:15: Achso, und was ich genau und was ich noch sagen wollte, am zweiten, zweiten, also im zweiten Februar, kommt ein Beitrag im hessischen Rundfunk, die Ratgeber, um neun, am achtzehn Uhr vormundvierzig, und da ist ein Beitrag über mich von vier Minuten dreißig.
00:26:32: Ich werde auf jeden Fall den Beitrag auch ein paar Tage danach bei Twitch reagten.
00:26:38: Ich weiß nicht, ob ich ihn bei YouTube reinbekomme, obwohl es ist nur mein Bild, also man sieht mich da, ich weiß nicht, ob YouTube das wieder einschränkt.
00:26:44: Aber vielleicht seid ihr einfach live bei Twitch dabei.
00:26:46: Ich werde auf jeden Fall vorher noch verkünden, wann ich das mache.
00:26:50: Und ja, dann danke ich euch fürs Zuhören und bleibt neugierig, bleibt einzigartig.
00:26:58: Bis zur nächsten Folge.
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