Autismus Talk - Emotionen fühlen, aber keinen Namen finden
Shownotes
In dieser Folge von Autismus Talk gibt es zuerst einen Überblick über aktuelle Entwicklungen rund um Autismus, ADHS und Neurodivergenz. Thematisiert werden internationale Debatten aus Großbritannien und den USA, steigende Diagnosen, lange Wartezeiten und neue Erkenntnisse aus der Forschung. Außerdem wird eingeordnet, warum Autismus und ADHS häufiger gemeinsam auftreten und weshalb gesundheitliche Probleme bei neurodivergenten Menschen oft übersehen oder falsch zugeordnet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, warum solche Diskussionen in Deutschland kaum öffentlich geführt werden und welche strukturellen Gründe dahinterstehen.
Im zweiten Teil startet die Themenwoche der Kalenderwoche 3 vom 12.01.2026 bis 18.01.2026.
Das Wochenthema lautet: Emotionen fühlen, aber nicht benennen können.
Im Mittelpunkt steht Alexithymie. Es wird erklärt, was Alexithymie bedeutet, warum sie nichts mit Gefühllosigkeit zu tun hat und weshalb emotionale Kommunikation für manche Menschen deutlich schwieriger ist. Die Folge verbindet persönliche Erfahrungen mit einer sachlichen, verständlichen Einordnung und richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten.
Die Themenwoche wird begleitet durch weitere Inhalte im Podcast sowie auf Instagram und TikTok.
Autismus Talk – zuhören, mitdenken, verstehen.
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Autismus Talk, dem Podcast der Verständnisschaft.
00:00:08: Ich bin Mike Blumenberg, Autor, Podcaster und Content Creator.
00:00:12: Hier spreche ich offen über Autismus, über echte Erfahrungen, Aufklärung und das Leben auf dem Spektrum, mit dem Ziel mehr Bewusstsein und Akzeptanz zu schaffen.
00:00:23: Schön, dass du eingeschaltet hast und Teil dieser Reise bist.
00:00:27: Ja, diese Woche geht es um ein sehr wichtiges Thema, nämlich über die Gefühle und insbesondere auch Alexi Thymie.
00:00:36: Aber bevor wir mit dem Wochenthema anfangen, möchte ich einen Blick auf die wichtigen Entwicklungen der letzten Wochen rund um Autismus, ADHS und Neurodivergenz werfen.
00:00:50: Viele dieser Informationen kommen aus dem Ausland, vor allem aus Großbritannien und den USA.
00:00:57: Das wirft bei vielen die Frage auf, warum man aus Deutschland so wenig hört.
00:01:03: Genau das schauen wir uns heute gemeinsam auch an.
00:01:07: Zunächst zu den internationalen Entwicklungen.
00:01:11: In Großbritannien wurde eine unabhängige Überprüfung der Versorgung von Menschen mit Autismus und ADHS gestartet.
00:01:19: Ausgelöst wurde das durch stark steigende Diagnosen und extrem lange Wartezeiten.
00:01:26: Ziel dieser Überprüfung ist nicht Diagnose in Frage zu stellen, sondern zu verstehen, warum so viele Menschen Hilfe suchen und warum das System damit nicht mehr klar kommt.
00:01:38: Untersucht werden Wartezeiten, regionale Unterschiede und Versorgungslücken.
00:01:46: Beteiligt sind Fachleute aus Medizin, Psychologie und auch Menschen mit eigenen Erfahrungen.
00:01:53: Das zeigt, dass neue Divergents dort inzwischen als strukturelles Thema verstanden wird und nicht nur als individuelles Problem einzelner Betroffener.
00:02:05: Parallel dazu gab es neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ADHS.
00:02:10: Eine Studie hat gezeigt, dass ADHS-Medikamente anders wirken als lange angenommen.
00:02:17: Sie sorgen nicht einfach dafür, dass Menschen besser aufpassen können, vielmehr beeinflussen sie die innere Aktivierung, also Wahrheit, Antrieb und die Fähigkeit überhaupt ins Handeln zu kommen.
00:02:34: Das erklärt, warum viele Betroffene sagen, dass sie sich nicht plötzlich konzentrierter fühlen, sondern weniger blockiert.
00:02:45: Diese Forschung ist wichtig, weil sie zeigt, dass ADHS nicht nur ein Aufmerksamkeitsproblem ist, sondern eng mit Energie, Motivation und Belastbarkeit zusammenhängt.
00:02:58: Auch Schlaf spielt dabei eine größere Rolle als lange gedacht.
00:03:03: Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Überschneidung zwischen Autismus und ADHS.
00:03:11: Aktuelle Studien zeigen immer deutlicher, dass sich bestimmte biologische Muster ähneln.
00:03:17: Das betrifft die Art, wie das Gehirn vernetzt ist und auch genetische Faktoren.
00:03:25: Das bedeutet nicht, dass Autismus und ADHS dasselbe sind.
00:03:28: Es bedeutet aber, dass viele Menschen Merkmale aus beiden Bereichen haben können.
00:03:34: Das erklärt, warum sogenannte Doppeldiagnosen zunehmen und warum sich viele Betroffene in keiner klaren Schublade einordnen können.
00:03:46: Die Forschung bewegt sich hier weg von klaren Trennlinien hin zu einem Spektrum mit vielen Übergängern.
00:03:55: Ebenfalls wichtig ist ein Thema, das oft übersehen wird, aber große Auswirkungen hat.
00:04:01: In der Fachwelt wird wieder stärker auf das Problem hingewiesen, dass bei Menschen mit Autismus und ADHS andere Probleme übersehen werden.
00:04:14: Schmerzen, Depressionen oder Angststörungen werden manchmal vor schnell der bestehenden Diagnose zugeschrieben.
00:04:24: Das führt dazu, dass Menschen nicht ernst genommen werden oder keine passende Behandlung bekommen.
00:04:32: Diese Entwicklung zeigt, dass bessere Versorgung nicht heißt, weniger Diagnosen zu stellen, sondern genauer hinzuschauen.
00:04:40: Jetzt stellt sich die Frage, warum man solche Diskussionen aus Deutschland kaum kennt.
00:04:46: Kümmern sich Deutschland nicht darum.
00:04:48: Die kurze Antwort ist doch, aber anders.
00:04:53: Und genau das ist das Problem.
00:04:56: In Deutschland gibt es keine große öffentliche Debatte zu Autismus und ADHS.
00:05:02: Es gibt keine bundesweite Überprüfung der Versorgung und keine regelmäßigen Berichte.
00:05:11: Die zeigen, wie lange Menschen auf Diagnosen warten oder wie viele Fachstellen fehlen.
00:05:18: Das liegt nicht daran, dass es keine Probleme gibt.
00:05:22: sondern an der Struktur des Systems.
00:05:26: Das deutsche Gesundheitssystem ist stark aufgeteilt.
00:05:30: Zuständig sind Krankenkasse, kassenärztliche Vereinigung, Fachgesellschaften und politische Gremien.
00:05:39: Das war jetzt mein Handy gerade.
00:05:44: Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bundesministerium für Gesundheit.
00:05:50: Dort werden zwar Studien gefördert und Programme angestoßen, aber meist ohne große öffentliche Kommunikation.
00:06:01: Es gibt keine nationale Strategie speziell für Autismus und ADHS im Erwachsenenalter.
00:06:10: Die medizinische Leitlinie werden von Fachgesellschaften erarbeitet und über den gemeinsame Bundesausschluss in die Versorgung eingebracht.
00:06:31: Das ist mein Kalender, der mir sagt, jetzt muss ich wieder arbeiten.
00:06:37: Tut mir leid, dass das ein bisschen störend ist gerade.
00:06:41: Wo war ich denn geblieben?
00:06:43: Genau, hat die Versorgung eingebracht.
00:06:46: Das ist fachlich solide.
00:06:48: Aber sehr langsam.
00:06:53: Veränderungen brauchen oft viele Jahre.
00:06:56: Währenddessen steigen die Wartezeiten weiter.
00:07:00: Vor allem für Erwachsene, die eine Diagnose suchen.
00:07:05: Auch Forschung findet in Deutschland statt.
00:07:08: Jetzt nächt mich langsam mein Handy, ich muss es mal eben.
00:07:11: Leise machen.
00:07:13: Ja, da sieht man, ich bin keine K... So.
00:07:20: Allerdings leise.
00:07:23: Institutonelle... Ich hasse diese Begriffen.
00:07:30: Institutionen wie das Robert Koch-Institut.
00:07:35: Erfassen Gesundheitsdaten, aber Autismus und ADHS werden dort meist nur am Rande betrachtet.
00:07:43: Es gibt keine regelmäßigen nationalen Berichte, die sich speziell mit Neurodivergenz beschäftigen.
00:07:53: Ohne solche Zahlen entsteht auch kein politischer Druck.
00:07:59: Ein weiterer Unterschied zu Großbritannien ist die Haltung.
00:08:03: In Deutschland wird Neurodivergens vor allem Medizinig gesehen.
00:08:08: Es geht um Diagnosen und Behandlungen, weniger um gesellschaftliche Strukturen.
00:08:14: In England wird inzwischen offen darüber gesprochen, dass das System überlastet ist.
00:08:22: In Deutschland bleibt vieles im Hintergrund.
00:08:25: Fachleute arbeiten am Limit, Betroffene warten jahrelang, aber öffentlich.
00:08:32: wird das kaum thematisiert.
00:08:34: Das führt zu dem Eindruck, dass Deutschland sich nicht kümmert.
00:08:40: Tatsächlich fehlt es weniger an Wissen, sondern an Sichtbarkeit, Koordination und Tempo.
00:08:48: Es gibt viele einzelne Initiativen, aber keinen gemeinsamen Rahmen.
00:08:56: Für Betroffene fühlt sich das wie Stillstand an.
00:09:00: Wenn man die Entwicklungen der letzten Wochen zusammenfasst, ergibt sich ein klares Bild.
00:09:07: International wird Neurodivergänz zunehmend als strukturelles Thema verstanden.
00:09:13: Forschung wird differenzierter.
00:09:16: Versorgungssysteme werden hinterfragt.
00:09:19: In Deutschland passiert vieles im Stillen.
00:09:22: Das macht es für Betroffene schwer, gehört zu werden.
00:09:29: für die Öffentlichkeit schwer, das Ausmaß zu erkennen.
00:09:34: Genau deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen, nicht um Panik zu machen, sondern um eine realistisches Bild, ich habe das ja in die gerade auf den Eis gemacht, zu zeigen.
00:09:47: Neure Divergents ist kein Randthema.
00:09:51: Es betrifft viele Menschen und braucht Lösungen, die über einzelne Diagnosen hinausgehen.
00:10:01: Kommen wir nun zum Hauptthema dieser Woche, denn wie ich schon angekündigt habe, geht es diese Woche um ein ganz spezielles Thema, nämlich Gefühle.
00:10:16: Um genau zu sein, Emotionen fühlen, aber nicht benennen können.
00:10:23: Manchmal ist da etwas, ein Gefühl, aber es ist Es, naja, aber es hat keinen Namen.
00:10:32: Ich merke, dass etwas in mir passiert.
00:10:36: Mein Körper reagiert.
00:10:38: Ich bin unruhig, angespannt, schwer oder innerlich aufgedreht.
00:10:44: Und trotzdem kann ich nicht sagen, was das genau ist.
00:10:50: Nicht weil ich nichts fühle, sondern weil mir die Worte fehlen.
00:10:55: Das ist etwas... das mich schon mein ganzes Leben lang begleitet.
00:11:02: Ich bin Autist.
00:11:04: Ich habe Alexitämie und zusätzlich gibt es bei mir die Diagnose einer antisozialen Persönlichkeitsstruktur.
00:11:15: Da ist bei mir die Alexitämie sowie die Empathiedefizit drin.
00:11:18: Dies wird gesondert benannt, wenn es auch über den Autismus-Spektrum hinausgeht.
00:11:26: Ich sage das bewusst so offen, weil Diese Begriffe oft falsch verstanden werden.
00:11:33: Und genau darum geht es in dieser Folge.
00:11:36: Um Missverständnisse, um falsche Erwartungen und um das, was wirklich dahinter steckt.
00:11:44: Viele Menschen glauben, Gefühle funktionieren bei allen gleich.
00:11:50: Man fühlt etwas und weiß automatisch, wie es heißt.
00:11:56: Man ist traurig, hütend, roh.
00:11:59: oder verletzt.
00:12:01: Und wenn jemand fragt, wie es einem geht, dann kann man das einfach sagen.
00:12:08: Für mich ist das nicht so.
00:12:11: Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, kann ich darauf keine Antwort geben.
00:12:17: Für mich ist okay.
00:12:19: Es gibt für mich nur dieses okay oder schlecht.
00:12:22: Aber ich kann nicht darüber hinaus sagen.
00:12:24: Ich kann nicht sagen, mir geht's super, mir geht's gut.
00:12:27: Oder... Wie geht es blendend oder was es auch alles da gibt?
00:12:32: Es ist okay.
00:12:34: Bei mir kommen Gefühle oft zuerst über den Körper.
00:12:39: Druck im Brustkorb, Hitze, Spannung, Müdigkeit, Rückzug oder dieses innere Alarmgefühl.
00:12:49: Ich merke sehr deutlich, dass etwas nicht stimmt oder dass etwas zu viel wird.
00:12:55: Aber ich kann es nicht sauber einordnen.
00:12:58: Es ist wie ein Nebel.
00:13:00: Da ist etwas, aber ich kann es nicht greifen.
00:13:06: Wenn mich dann jemand fragt, wie fühlst du dich?
00:13:10: Stehe ich oft da und weiß es wirklich nicht.
00:13:14: Nicht weil ich ausweiche, nicht weil ich keine Lust habe zu reden, sondern weil ich es in diesem Moment einfach nicht sagen kann.
00:13:26: Und das wirkt nach außen oft seltsam oder kalt.
00:13:30: oder gleichgültig.
00:13:33: Dabei stimmt das nicht.
00:13:35: Ich erlebe Gefühle teilweise sogar sehr intensiv, aber der Zugang zu ihnen ist anders.
00:13:44: Die Verbindung zwischen dem, was mein Körper fühlt und dem, was ich sprachlich ausdrücken kann, ist nicht automatisch da.
00:13:53: Dazu kommt bei mir das Thema Empathie.
00:13:58: Viele Menschen haben ein sehr klares Bild davon, was Empathie ist.
00:14:05: Man fühlt mit, man leidet mit, man tröstet, man reagiert.
00:14:11: Emotional passend.
00:14:13: Bei mir funktioniert das nicht zuverlässig.
00:14:17: Ich kann verstehen, was bei anderen los ist.
00:14:24: Ich kann Situation einschätzen.
00:14:27: Ich kann nachvollziehen, warum jemand traurig oder wütend ist, aber dieses automatische Mitfühlen, dieses innere Mitschwingen, das fehlt mir oft oder kommt verspätet.
00:14:43: Und wenn ich dann reagiere, wirkt es für andere manchmal gespielt oder unnatürlich.
00:14:50: Dabei ist es eine bewusste Entscheidung.
00:14:55: Ich weiß, dass Trost erwartet wird.
00:14:58: Also handel ich danach.
00:15:00: Nicht aus Gefühl, sondern aus Verständnis.
00:15:03: Bei mir ist es wichtig, dass ich die Fakten habe, dass ich die Informationen habe.
00:15:08: Weiß ich nicht, warum der Mensch so fühlt.
00:15:11: Es ist für mich schwierig zu verstehen, warum diese Person jetzt traurig ist oder was sie gerade empfindet.
00:15:20: Das führt zu einem großen Missverständnis.
00:15:24: Viele setzen fehlende Emotionen, emotionale Reaktionen gleich mit fehlenden Werten.
00:15:31: Das ist falsch.
00:15:32: Ich habe Werte.
00:15:33: Ich habe Regeln.
00:15:35: Ich habe Verantwortung.
00:15:37: Aber meine emotionale Steuerung, mein Verhalten, nicht auf die Art, wie es viele erwarten.
00:15:46: Im Alltag führt das immer wieder zu Problemen.
00:15:50: Wenn ich überlastet bin, merke ich das oft zu spät.
00:15:55: Nicht weil ich mich nicht kenne, sondern weil ich die Warnsignale nicht richtig übersetzen kann.
00:16:03: Ich sage dann vielleicht noch, es geht schon.
00:16:07: Und kurze Zeit später geht es gar nicht mehr.
00:16:11: Für andere wirkt das widersprüchlich.
00:16:14: Für mich ist es die logische Folge davon, dass mein Körper schneller ist als meine Worte.
00:16:25: Schwierigkeiten, die eigenen Gefühle zu erkennen, zu unterscheiden und zu benennen.
00:16:32: Das ist keine Seltenheit und es ist keine Charakterschwäche.
00:16:39: Gerade bei Autismus kommt Alexitemi sehr häufig vor.
00:16:44: Viele Studien zeigen, dass etwa die Hälfte aller autistischen Menschen davon betroffen ist.
00:16:52: Das heißt nicht, dass alle Autisten Alexitämie haben, aber es erklärt, warum so viele ähnliche Probleme mit Gefühlen und Kommunikation erleben.
00:17:05: Wichtig ist dabei ein Punkt.
00:17:07: Alexitämie bedeutet nicht, dass man keine Gefühle hat.
00:17:11: Im Gegenteil, viele Menschen mit Alexitämie fühlen sehr viel, nur eben ungeordnet, unscharf, körperlich und ohne klare Begriffe.
00:17:23: Gefühle bestehen aus mehreren Teilen.
00:17:26: Da ist der Körper.
00:17:28: Da sind Gedanken.
00:17:30: Und da ist Sprache.
00:17:33: Bei Alexitemi ist oft die Verbindung zwischen diesen Teilen gestört.
00:17:40: Man spürt etwas, aber man kann es nicht benennen.
00:17:43: Oder man kennt die Wörter, aber sie passen nicht zum inneren Erleben.
00:17:51: Deshalb sind einfache Fragen oft schwer.
00:17:54: Wie fühlst du dich?
00:17:56: Ist für viele Menschen mit Alexitämie keine leichte Frage.
00:18:01: Sie verlangt, dass man nach innen schaut, sortiert, bewertet und es dann auch noch passend ausdrückt.
00:18:12: Alles auf einmal, das ist überfordernd.
00:18:16: Hilfreicher sind oft fra andere Fragen.
00:18:21: Ist es gerade eher angenehm oder unangenehm?
00:18:28: Ist es viel oder leer?
00:18:30: Braust du Ruhe oder Kontakt?
00:18:33: Braust du eine Lösung oder einfach Zeit?
00:18:38: Auch beim Thema Empathie ist Differenzierung wichtig.
00:18:42: Empathie besteht aus mehreren Teilen.
00:18:45: Es gibt das Verstehen und es gibt das Mitfühlen.
00:18:51: Das eine kann gut funktionieren, während das andere schwach ausgeprägt ist.
00:18:56: Das wird oft übersehen.
00:19:00: Gerade im Zusammenhang mit Autismus zeigen viele Untersuchungen, dass Empathie-Probleme oft stärker mit Alexitämie zusammenhängen, als mit Autismus selbst.
00:19:14: Das heißt nicht, dass Autismus an sich sorg... nicht... Der Autismus an sich sorgt dafür, dass Gefühle schwer zugänglich sind, sondern die zusätzliche Alexitomie.
00:19:28: Auch bei bestimmten Persönlichkeitsstrukturen spielt das eine Rolle.
00:19:34: Schwierigkeiten mit Empathie und emotionaler Verarbeitung treten dort häufiger auf, aber auch hier gilt das... Das sagt nichts über den Wert eines Menschen aus.
00:19:53: Es beschreibt Funktionsweisen, keine Absichten.
00:19:58: Was hilft also im Alltag?
00:20:01: Der wichtigste Punkt ist Geduld.
00:20:04: Mit sich selbst und mit anderen.
00:20:08: Gefühle müssen nicht sofort benannt werden.
00:20:11: Manchmal kommen sie erst später.
00:20:14: Manchmal bleiben sie die Fuß.
00:20:17: Das ist okay.
00:20:19: Hilfreich kann sein, zuerst auf den Körper zu achten.
00:20:24: Wo spüre ich etwas?
00:20:26: Wie stark ist es?
00:20:28: Ist es eher Druck oder eher Leere?
00:20:32: Das schafft eine erste Orientierung.
00:20:38: Auch Hilfmittel können helfen.
00:20:41: Emotionsräder, Listen oder Tagebücher.
00:20:46: nicht um Gefühle zu erzwingen, sondern um Worte anzubieten.
00:20:52: Man sucht sich etwas aus, das ungefähr passt.
00:20:56: Genauigkeit kommt später.
00:21:00: Für das Umfeld ist wichtig, behalten nicht sofort zu bewerten.
00:21:05: Sachlichkeit ist nicht kälte.
00:21:09: Rückzug ist nicht Ablehnung.
00:21:11: Und fehlende emotionale Reaktionen ist nicht automatisch Desinteresse.
00:21:19: Manchmal ist es hilfreich, nicht nach Gefühlen zu fragen, sondern nach Bedürfnissen.
00:21:26: Was brauchst du gerade?
00:21:28: Ruhe, Klarheit, Abstand, Struktur.
00:21:31: Das ist oft leichter zu beantworten, als die Frage nach dem inneren Zustand.
00:21:38: Diese Themenwoche soll genau dafür sensibilisieren.
00:21:42: Dafür, dass emotionale Kommunikation nicht bei allen gleich funktioniert, dass anders fühlen nicht falsch fühlen ist und das Verständnis oft mehr bringt als Erwartungen.
00:21:59: Ja, damit sind wir am Ende der heutigen Folge.
00:22:03: Wenn dir dieser Einblick geholfen hat und du neurodivergens besser verstehen möchtest, findest du mich auch auf meinen anderen Kanälen.
00:22:13: Unter RealMike-Fünfundzwanzig bin ich auf Instagram, YouTube, TikTok und Twitch aktiv und teile dort persönliche Einblicke und Gaming.
00:22:24: Meine Alter, also von meinem Alltag, fachliche Inhalte findest du bei AutismusTalk.Podcast auf Instagram.
00:22:33: Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, folge mir gerne hier im Podcast, damit du keine weitere Folge verpasst.
00:22:41: und auch gerne bei den anderen Kanälen.
00:22:43: Besonders bei Twitch, da könnte ich ein paar mehr Zuschauer gebrauchen.
00:22:49: Ich möchte damit gerne mehr Reichweite erreichen, um einfach auch zu zeigen, dass Autisten nicht immer so sind wie im Fernsehen.
00:22:56: Damit danke ich, dass du heute zugehört hast.
00:23:01: Bleib einzigartig, bleib neugierig.
00:23:04: Bis zur nächsten Folge.
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