ADHS bei Kindern (Ohne Bearbeitung)

Shownotes

In dieser Folge geht es um ADHS bei Kindern und darum, warum diese Neurodivergenz so häufig übersehen wird. Viele verbinden ADHS noch immer mit äußerer Unruhe, dabei zeigen sich die Herausforderungen oft ganz anders.

Ich spreche zunächst über meine eigenen Erfahrungen. In meiner Kindheit stand Autismus im Vordergrund, während ADHS kaum erkannt wurde. Konzentrationsprobleme, innere Unruhe und Überforderung waren trotzdem vorhanden, wurden aber lange kompensiert. Die ADHS Diagnose erfolgte erst im Erwachsenenalter, als die Anforderungen größer wurden und Strategien nicht mehr ausreichten.

Im fachlichen Teil geht es darum, wie ADHS neurobiologisch einzuordnen ist, welche Erscheinungsformen es gibt und warum besonders ruhige, angepasste Kinder häufig durchs Raster fallen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf emotionaler Regulation, schulischem Alltag und den strukturellen Gründen, warum frühe Unterstützung oft ausbleibt.

Diese Folge richtet sich an Eltern, Angehörige und alle, die ADHS jenseits von Klischees verstehen möchten.

Themen dieser Folge – ADHS jenseits von Zappeln und Unruhe – Eigene Kindheitserfahrungen mit Autismus und ADHS – Warum ADHS oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird – Emotionale Regulation bei ADHS – Schule, Überforderung und Anpassung – Warum Verständnis wichtiger ist als Druck

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Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und willkommen bei Autismus Talk, dem Podcast der Verständnischaft.

00:00:06: Ich bin Mike Blumenberg, Autor, Podcaster und Content Creator.

00:00:10: Hier spreche ich offen über Autismus, über echte Erfahrungen, Aufklärung und das Leben auf dem Spektrum, mit dem Ziel mehr Bewusstsein und Akzeptanz zu schaffen.

00:00:21: Schön, dass du eingeschaltet hast und Teil dieser Reise bist.

00:00:26: Ja, also ich fange einfach mal an, In den Kommentaren wurde jetzt schon öfters erwähnt, dass ich KI wäre.

00:00:38: Nein, ich bin nicht KI, aber ich arbeite KI-unterstützend, um meine Defizite und natürlich auch meinen zeitmäßig auszugleichen.

00:00:51: Das hier spreche ich jetzt frei heraus, ohne ein Script.

00:00:55: Ich versuche, bei der Sache zu bleiben.

00:00:58: Aber ja.

00:01:00: Zur Entstehung des Podcasts möchte ich gern etwas sagen, damit man dort ein bisschen mehr Verständnis hat.

00:01:07: Ich bin Autist, ich habe ADHS und arbeite beruflich im ersten Arbeitsmarkt acht bis zehn Stunden.

00:01:16: Ich versuche mit all diesen Projekten eine große Reichweite zu erreichen, um für Aufklärung zu sorgen.

00:01:22: Und es funktioniert.

00:01:23: Ich wurde auch schon im Alltag von Menschen angesprochen, die gefragt haben, ob sie mich irgendwo erkennen würden und ob ich ein Podcast hätte.

00:01:33: Und das zeigt mir einfach, dass ich auf einen guten Weg bin.

00:01:37: Also, Erstellung.

00:01:40: Ich würde dir jetzt ein paar mehr Geräusche hören als sonst.

00:01:43: Ich arbeite normalerweise so, dass ich anfange zu recherchieren.

00:01:49: Ich hole mir Informationen, die neuesten Informationen, schreibe alles zusammen, was ein ganz schöner Cowder-Welch im Allgemeinen ist.

00:01:59: Und daher schwierig ist das, vorzutragen, besonders, dass meine Gedanken viel durcheinandergehen und ich auch in manchen Sachen ja nicht so empathisch bin.

00:02:09: Also meine Ex-Freundin sagt, dass ChatGPT ist... Ja, mir hat man empathischer als ich.

00:02:17: Ja, auf jeden Fall ist es so, wenn ich das alles zusammengeschrieben habe, dann schmeiß ich das natürlich alles in ChatGBT rein, dass er mir einen Text draus macht, der verständlich ist, weil ich sonst zu komplex wäre mit den Gedankenabschweife und nicht an einer... Reihe bleibt, deswegen sortiert er mir Stichpunkt haltig, um wo ich mich dran entlang hangeln kann, um nicht abzuschweifen.

00:02:45: Ihr merkt, ich wiederhole mich sehr oft, wenn ich so freisch spreche.

00:02:50: Was bei meinen Videos immer sehr schwierig ist, deswegen versuche ich, kurze Videos zu halten.

00:02:55: Ja und... Danach, wenn das alles fertig ist, habe ich dann die Aufnahme, die mache ich fertig, habe den Text vor mir, schau drauf und erzähle dann die Information.

00:03:08: Es kann natürlich auch sein, dass ich sehr monoton rüber komme, was aber auch für Autismus öfters normal ist, da Autisten nicht diese hoch-tief nutzen.

00:03:18: Ich versuche es manchmal, aber gerade wenn ich konzentriert bin, kann es sein, dass ich halt sehr monoton rüber komme.

00:03:25: Habe ich alles aufgenommen, Dann ist es so, dass ich über die Adobe Podcast KI diesen Text, also besser gesagt, diese Aufnahme verbessern das.

00:03:37: Das heißt, der schneidet komische Geräusche raus.

00:03:41: Er passt die Lautstärke an.

00:03:44: Also alles, was ihr jetzt so mitbekommt, das entsteht dort nicht.

00:03:48: Ich werde auch nicht jetzt eine KI drüber laufen lassen.

00:03:51: Es ist also alles komplett ungefiltert.

00:03:55: Und... Deswegen, dass ihr mal wirklich das mitbekommt, dass ich keine KI bin und ich arbeite KI unterstützend.

00:04:03: Ich arbeite wie gesagt zehn Stunden, ich habe die Instagram-Profile, ich habe YouTube, ich habe TikTok, ich habe den Podcast.

00:04:10: Das schaffe ich sonst alles zeitlich nicht, wenn ich nicht KI unterstützend arbeite.

00:04:14: Auch die pünktlichen Reinstellen des der Instagram-Post, das läuft alles über KI.

00:04:21: Ich gib die ganzen Texte ein, erstell die Bilder über Canvas.

00:04:25: Und dann wird das alles automatisch an die Uhrzeiten rausgeschickt, damit es immer pünktlich ist und ja, auf jeden Fall auftaucht.

00:04:35: Manchmal habe ich auch technische Probleme, kommt mal etwas später.

00:04:38: Und dann muss ich natürlich noch TikTok-Videos machen.

00:04:41: Ich muss dann auch noch gucken, ob ich das YouTube-Video fertig mache.

00:04:45: Alle zwei Wochen habe ich meinen Sohn.

00:04:47: Das heißt, an dem Wochenende kann ich gar nichts arbeiten, weil er würde mir die ganze Zeit nur dazwischen quatschen und Da ist es natürlich schwierig, deswegen muss ich gucken, dass ich das dann alles in die fünf Tage gequetscht bekomme.

00:05:00: Und ja, deswegen, ich würde jetzt mal sagen, wir fangen jetzt an.

00:05:03: Ich glaube, ich habe jetzt ein bisschen gezeigt, dass ich keine KI bin.

00:05:07: Und ja, deswegen, ich fange mit den Neuigkeiten an der letzten Kalenderwoche, fünfzig, weil da gab es einige Entwicklungen rund um Autismus und ADHS, die auf den Alltag wirklich relevant sind.

00:05:22: Ein zentrales Thema waren erneute Falschinformationen.

00:05:27: Behörden sind gegen Werbung und Angebote vorgegangen, die Heilung oder einfache Selbsttests für Autismus und ADHS versprechen.

00:05:37: Das ist wichtig, weil viele Eltern und Betroffene aus Überforderung nach schnellen Lösungen suchen.

00:05:45: Autismus und ADHS sind keine Krankheiten.

00:05:49: Auch wenn meine Ex-Frau das behauptet.

00:05:53: die man wegtherapieren kann.

00:05:55: Unterstützung bedeutet verstehen, begleiten und anpassen, nicht heilen.

00:06:02: Ein weiterer Punkt betrifft die späte und fehlende Erkennung von ADHS und Autismus.

00:06:09: Neue Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen erst auffallen, wenn es zu Problemen kommt, etwa im Schulalltag oder sogar im rechtlichen Kontext.

00:06:23: Das verdeutlicht ein strukturelles Problem.

00:06:28: Neurodivergenz wird oft erst dann gesehen, wenn sie stört, nicht dann, wenn Hilfe nötig wäre.

00:06:39: Auch alte Mythen waren wieder Thema.

00:06:43: Wissenschaftliche Stellen haben erneut klargestellt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Impfungen im Kindesalter und Autismus gibt.

00:06:54: Das ist keine neue Erkenntnis, aber leider immer noch nötig, weil sich diese Fehlinformationen hartnäckig hält und Eltern unnötig verunsichert.

00:07:07: International wurde außerdem auf extrem lange Wartezeiten bei Diagnosen aufmerksam gemacht.

00:07:15: Kinder warten teilweise Jahre auf eine Abklärung.

00:07:19: Das bedeutet, dass Unterstützung zu spät kommt oder ganz ausbleibt.

00:07:24: Viele Familien erleben genau das auch hier und fühlen sich damit allein gelassen.

00:07:31: Und schließlich wurden wieder verstärkt über Schule gesprochen, über forderte Kinder, fehlende Ressourcen und wenig Wissen über Neurodivergents im Bildungssystem.

00:07:43: Der Fokus verschiebt sich langsam weg vom Gedanken, Kinder müssen sich anpassen, hin zur Frage, wie Schule gestaltet sein muss, damit unterschiedliche Kinder dort bestehen können.

00:08:01: Diese Themen zeigen zusammen sehr deutlich, dass es nicht an betroffenen Kindern scheitert, sondern an Strukturen, Wissen und Verständnis.

00:08:14: Und jetzt, bevor wir gleich zum fachlichen Teil des Autismuses kommen, möchte ich zuerst eine persönlichen Einordnung meiner Geschichte.

00:08:23: Denn meine eigene Geschichte zeigt ziemlich gut, warum ADHS bei Kindern nicht immer erkannt wird und warum viele Menschen ihre ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter bekommen.

00:08:36: Ich bin heute mit Autismus und ADHS diagnostiziert.

00:08:41: Als Kind stand bei mir ganz klar der Autismus im Vordergrund.

00:08:45: Sprachentwicklung, soziale Schwierigkeiten, Reizverarbeitung, Ausgrenzung, Überforderung.

00:08:51: Das war die Themen, die sichtbar waren, aber trotzdem nicht erkannt wurden.

00:08:57: Daher bin ich ja spät diagnostiziert.

00:09:01: ADHS war damals kein Begriff, der ernsthaft geprüft wurde.

00:09:06: Weder bei mir, noch generell bei vielen anderen Kindern.

00:09:10: Das heißt aber nicht, dass ich kein ADHS hatte.

00:09:14: Rückblickend waren Konzentrationsprobleme immer da.

00:09:18: Schule war für mich extrem anstrengend.

00:09:21: Nicht weil ich nicht wollte oder nicht verstanden habe, sondern weil mein Kopf nicht bei der Sache geblieben ist.

00:09:30: Aufgaben, die für andere Routine waren, haben bei mir sehr viel Energie gekostet.

00:09:37: Abschweifen, Inneres abschalten, Überforderung, das war Alltag.

00:09:44: Der Punkt ist, dass sich ADHS bei autistischen Kindern oft anders zeigt als im klassischen Bild.

00:09:53: Viele denken bei ADHS an zappeln, stören, laut sein.

00:09:58: Ich war eher das Gegenteil, still, zurückgezogen, innerlich überfordert.

00:10:03: Mein ADHS war nicht nach außen auffällig, sondern nach innen.

00:10:08: Und genau das wird sehr häufig übersehen.

00:10:13: Dazu kommt, dass Autismus und ADHS sich überlagern können.

00:10:17: Manche autistischen Eigenschaften maskieren ADHS-Syntome.

00:10:22: Tourbedürfnis kann zum Beispiel helfen, chaotische ADHS-Tendenzen zu kompensieren.

00:10:30: Rückzug kann Unruhe verdecken.

00:10:33: Anpassung und Masking sorgen dafür, dass Probleme nicht auffallen, sondern internalisiert werden.

00:10:44: In meiner Kindheit ging es also vor allem darum, irgendwie klarzukommen.

00:10:51: Nicht Darum differenziert hinzuschauen.

00:10:57: Die Schule hat gesehen, dass ich Probleme habe, aber nicht warum.

00:11:02: Und so blieb ADHS lange unerkannt.

00:11:07: Warum wir ADHS dann oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert?

00:11:12: Dafür gibt es mehrere Gründer.

00:11:14: Erstens verändert sich die Anforderungen im Leben.

00:11:18: Als Kind ist vieles fremdbestimmt.

00:11:21: Sturtenpläne, klare Strukturen, feste Abläufe.

00:11:25: Das kann ADHS teilweise auffangen.

00:11:28: Im Erwachsenenleben bricht diese äußere Struktur weg.

00:11:33: Man muss sich selbst Organisieren, Prioritäten setzen, Zeitmanagen, Entscheidungen treffen, genau hier wird ade erst oft erst richtig sichtbar.

00:11:46: Zweitens haben viele Betroffene über Jahre kompensiert.

00:11:52: Sie haben Strategien entwickelt, bewusst oder unbewusst.

00:11:57: Mehr Anstrengung, mehr Kontrolle, mehr Anpassung.

00:12:00: Das funktioniert eine Zeit lang, kostet aber enorm viel Energie.

00:12:05: Irgendwann reicht diese Kompetition nicht mehr aus, dann kommen Erschöpfung, Überforderung, Burnout oder Depression dazu.

00:12:16: Und erst dann wird genauer hingeschaut.

00:12:19: Drittens wurde ADHS lange Zeit falsch verstanden, besonders bei ruhigen, angepassten Kindern oder bei Menschen mit Autismus.

00:12:29: ADHS galt als Kinderproblem.

00:12:33: als Jugendproblem, als reines Verhaltensproblem.

00:12:37: Dass ADHS auch innere Unruhe, Konzentrationsabbrüche, emotionale Disregulation und Reizoffenheit bedeutet, wurde lange ignoriert.

00:12:49: Bei mir führte genau das dazu, dass ADHS erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde.

00:12:57: Nicht weil es neu entstanden ist, sondern weil die Bedingungen sich verändert haben und die Belastung zu groß wurde, um sie weiter zu kompensieren.

00:13:08: Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Autismus oft zuerst diagnostiziert wird und danach lange nichts mehr hinterfragt wird.

00:13:17: Nach dem Motto, das erklärt jetzt alles.

00:13:20: Aber Autismus erklärt nicht alles.

00:13:22: Konzentrationsprobleme, Impulsivität, emotionale Schwankungen und Extremes erschöpft sein, haben oft mehrere Ursachen.

00:13:31: ADHS und Autismus schließen sich nicht aus.

00:13:35: Sie treten sehr häufig gemeinsam auf.

00:13:39: Für mich war die ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter keine Überraschung, sondern eher eine Erklärung.

00:13:47: Viele Dinge haben rückblickend Sinn ergeben.

00:13:49: Warum Schule so anstrengend war?

00:13:53: Warum ich trotz Interesse oft nicht bei einer Sache bleiben konnte?

00:13:58: Warum mein Energielevel so stark schwankte?

00:14:03: Genau deswegen, also genau deshalb, ist es mir wichtig, über ADHS bei Kindern zu sprechen.

00:14:09: Nicht um Diagnosen zu verteilen, sondern um einen Bewusstsein zu schaffen.

00:14:15: ADHS muss nicht laut sein.

00:14:17: Es muss nicht stören.

00:14:19: Es kann leise sein, nach innen gerichtet, verdeckt durch andere Diagnosen oder durch Anpassung.

00:14:26: Wenn ADHS erst im Erwachsenenalter erkannt wird, ist das kein Versagen der betroffenen Person.

00:14:33: Es ist ein Hinweis darauf, dass unser Blick auf neurodivergente Kinder lange zu eng war.

00:14:41: Das wird oft nur reagieren, wenn Verhalten stört, nicht wenn ein Kind innerlich kämpft.

00:14:51: Dieser persönliche Teil ist mir wichtig, weil Er zeigt, dass frühe Unterstützung nicht davon abhängen sollte, wie auffällig ein Kind ist, sondern davon, wie viel Kraft es kostet, den Alltag zu bewältigen.

00:15:08: Im nächsten Teil gehe ich dann jetzt aufs Fachliche ein, wie sich ADHS bei Kindern zeigen kann, warum es so oft übersehen wird und worauf Eltern und Fachkräfte achten sollten.

00:15:22: Nachdem ich meinen persönlichen Weg eingeordnet habe, schauen wir jetzt fachlich auf ADHS bei Kindern.

00:15:29: Nicht aus einer differenziert Perspektive, differenziert zur Perspektive, sondern aus einer Entwicklungspsychologischen und neurologischen Sicht.

00:15:42: ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung.

00:15:49: Der Begriff ist eigentlich Unglücklich gewählt, weil es nicht um einen Mangel an Aufmerksamkeit geht, sondern um eine veränderte Steuerung von Aufmerksamkeit.

00:16:05: Impulsen und Emotionen.

00:16:08: Das Gehirn arbeitet anders, nicht schlechter.

00:16:12: Man unterscheidet grob drei Entscheidungsformen.

00:16:15: Der vorwiegend unaufmerksame Typ der vorwiegend hyperaktiv impulsive Typ und der kombinierte Typ.

00:16:29: Diese Einteilung ist wichtig, weil viele Kinder nicht dem bekannten Zappelbild entsprechen.

00:16:36: Gerade Kinder mit dem unaufmerksamen Typ fallen oft kaum auf.

00:16:41: Sie wirken verträumt, langsam vergessen viel, verlieren Dinge, schweifen danklich ab, sie stören nichts, sie verschwinden eher.

00:16:54: ADHS ist eine neurologische Entwicklungsvariante.

00:16:58: Studien zeigen eindeutig, dass denetische Faktoren eine große Rolle spielen.

00:17:04: Das heißt ADHS entsteht nicht durch Erziehung medienkonsum oder Fehlender Grenzen.

00:17:14: Umweltfaktoren können Symptome verstärken oder abmildern.

00:17:19: Sie sind aber nicht die Ursache.

00:17:22: Im Gehirn von Menschen mit ADHS funktioniert die Reizverarbeitung anders.

00:17:30: Besonders betroffene sind Bereiche, die für Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Motivation und emotionale Regulation zuständig sind.

00:17:44: Dopamin spielt hier eine zentrale Rolle, nicht als Belohnungshormon im einfachen Sinne, sondern als Steuerungsstoff für Fokus und Handlungsplanung.

00:17:57: Das erklärt, warum Kinder mit ADHS sich extrem gut konzentrieren können, wenn etwas sie wirklich interessiert und gleichzeitig kaum Zugriff auf Aufmerksamkeit haben.

00:18:09: Wenn etwas als langweilig überfordernd oder sinnlos empfunden wird.

00:18:16: Das ist kein Willensproblem.

00:18:19: Es ist eine Frage der neuronalen Aktivierung.

00:18:26: Im Alltag zeigt sich ADHS bei Kindern deshalb sehr unterschiedlich.

00:18:33: Konzentrationsprobleme bei Aufgaben, die wenig in Trinichische Motivation bietet.

00:18:45: Diese Fachwörter, diese Sachen könnte ich mir gar nicht merken, wenn ich das nicht im Text hätte.

00:18:50: Also die Fachwörter, also ich habe sowieso, da komme ich gleich nochmal drauf.

00:18:55: Schnelle Überforderungen bei komplexen oder langen Aufforderungen.

00:19:00: Schwierigkeiten, Anweisungen zu behalten oder Aufgaben zu Ende zu bringen.

00:19:07: Emotionale Reaktionen.

00:19:09: die intensiver oder schneller auftreten als erwartet, Probleme mit Zeitgefühl oder Organisationen.

00:19:19: Wichtig ist hierzu verstehen, dass viele dieser Kinder sich sehr bemühen.

00:19:24: Von außen wirkt es oft so, als würden sie nicht zuhören oder absichtlich Dinge vergessen.

00:19:31: In Wirklichkeit kostet jeder Schritt enorm viel Energie.

00:19:37: Ein weiterer zentraler Punkt ist emotionale Dysregulation.

00:19:42: ADHS betrifft nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Gefühle.

00:19:48: Kinder reagieren oft stärker, schneller oder intensiver.

00:19:52: Freude, Frust, Enttäuschung oder Überforderung kommen ungefiltert.

00:19:59: Das wird häufig als trotz oder ungehorsam missverstanden.

00:20:04: Ist aber ein Regulationsproblem.

00:20:08: Gerade im Schulkontext führt das zu Schwierigkeiten.

00:20:12: Schule ist stark auf Selbstteuerung ausgelegt.

00:20:16: Stillsitzen, zuhören, warten, planen, Aufgaben strukturieren.

00:20:22: All das setzt genau die Fähigkeit voraus, die bei ADHS eingeschränkt sind.

00:20:28: Das Kind scheitert nicht, weil es nicht will, sondern weil das Umfeld nicht passt.

00:20:34: Hinzu kommt, dass ADHS sehr häufig gemeinsam mit anderen Neurodivergenzen auftreten.

00:20:44: Autismus, Lernstörung, Leserechtschreibschwierigkeiten, Rechenstörung.

00:20:54: Ich habe halt auch meine Sprachprobleme.

00:20:55: Ich habe auch Leserechtschreibschwäche und so.

00:21:01: Also Rechenstörungen, waren wir jetzt stehen geblieben, oder emotionale Belastungen.

00:21:07: Wenn eine dieser Ausprägungen im Vordergrund steht, wird ADHS oft übersehen oder falsch eingeordnet.

00:21:18: Ein großes Problem ist, dass ADHS häufig erst dann ernst genommen wird, wenn Verhalten auffällig oder stört.

00:21:29: Leise Kinder Anpassende Kinder, Kinder mit starkem Masking fallen durchs Raster.

00:21:35: Besonders bei Mädchen und bei Kindern mit Autismus passiert das häufig.

00:21:42: Zur Diagnostik ist wichtig zu sagen, dass ADHS keine Schnellentscheidung ist.

00:21:49: Eine seriöse Diagnostik besteht aus mehreren Bausteinen.

00:21:56: Annamen Sie Verhaltensbeobachtung Fragebögen Gespräche mit den Eltern und Schule und die Betrachtung der Entwicklung über mehrere Jahre.

00:22:17: Einzelne Symptome reichen nicht aus.

00:22:20: Warum?

00:22:21: ist eine frühe Einordnung trotzdem wichtig.

00:22:25: Nicht um ein Kind zu etikettieren, sondern um passende Unterstützung zu ermöglichen.

00:22:33: Kinder mit ADHS brauchen keine härteren Regeln, sondern klare, vorhersehbare Strukturen.

00:22:41: Kurze Arbeitsphasen, Bewegung, Pausen, Verständnis für emotionale Reaktionen und Erwachsene, die nicht alles persönlich nehmen.

00:22:53: Was nachweislich hilft, ist eine Anpassung der Umgebung.

00:23:03: Nicht das Kinder muss funktionieren, sondern das Umfeld muss zugänglich werden.

00:23:10: Klare Abläufe, visuelle Hilfe, realistische Anforderungen, feste Bezugspersonen.

00:23:18: Medikamente sind ein mögliches Werkzeug, aber kein Muss und kein Allheilmittel.

00:23:26: Sie gehören immer in fachärztliche Begleitung und sind nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes.

00:23:36: Für den Podcast ist es wichtig zu sagen, dass Unterstützung viele Formen hat und individuell entschieden werden muss.

00:23:45: Der wichtigste fachliche Punkt ist vielleicht dieser.

00:23:51: ADHS ist keine Frage von Disziplin oder Motivation.

00:23:58: Es ist eine andere Art Reize, Aufmerksamkeit und Emotionen zu verarbeiten.

00:24:05: Wenn man das versteht, ändert sich der Blick auf das Verhalten von Kindern grundlegend.

00:24:12: ADHS Bei Kindern zu erkennen heißt nicht, Probleme zu suchen, sondern Belastung zu reduzieren.

00:24:20: Je früher ein Kind verstanden wird, desto weniger muss es später kompensieren.

00:24:26: Und desto geringer ist das Risiko, dass es ernst im Erwachsenenalter mit Erschöpfung, Selbstzweifel oder Folgeerkrankungen auffällt.

00:24:40: Ja, also zum Thema vergessen, gut, ich kann es mir jetzt merken, ich bin sehr vergesslich.

00:24:45: Ich habe, glaube ich, auch das Gefühl, dass seit der Corona-Pandemie und den Impfungen, dass mein Gedächtnis sogar noch schlechter geworden ist.

00:24:56: Und ich kann mir, ich versuche zum Beispiel immer YouTube-Videos zu machen.

00:25:01: Ich lese da auch ab, aber das Problem ist natürlich, dass ich dann nicht in die Kamera schaue.

00:25:07: Aber ich habe es jetzt letztes Wochenende versucht und ich kann mir keine Texte merken.

00:25:12: Ich kann mir nicht die Fachbegriffe merken.

00:25:14: Ich kann mir viele Sachen nicht merken.

00:25:17: Und ich möchte, dass dieser Podcast und alle anderen Projekte so fachlich korrekt sind, wie ich es hinbekommen kann.

00:25:24: Und wenn ich dafür auch verschiedene Sachen ablesen muss, ihr merkt auch, manchmal verhasse ich mich, wenn ich gerade mal gucke, wo bin ich da?

00:25:30: und dann fange ich an zu stottern.

00:25:32: Das ist aber normal, das gehört zu meiner Leseschwäche.

00:25:36: kann zum Beispiel, man hat mir gesagt, dass normale Menschen lesen vor.

00:25:42: Also die haben das Auge immer vorne, aber lesen das Wort, was da vorläuft.

00:25:47: Das kann ich nicht.

00:25:48: Ich kann nur das Wort lesen, was ich gerade angucke.

00:25:52: Das heißt, ich muss Stück für Stück gucken, lesen, gucken, lesen, gucken, lesen und dadurch kann ich zum Beispiel auch Untertitel überhaupt nicht voll folgen.

00:26:02: Ich bin zu langsam darin und Ja, deswegen ich versuche alles so gut wie möglich zu machen, um meine Erfahrungen mit euch zu teilen, meine fachlichen Sachen mit euch zu teilen.

00:26:15: Ich habe die pädagogische Ausbildung gemacht, ich habe mit Menschen mit Autismus gearbeitet, ich habe, ich recherchiere die ganzen Sachen, ich informiere mich, gucke mir verschiedene Quellen an und ja, das mache ich alles, um dieses Projekt, um alle anderen Projekte hoch zu bekommen.

00:26:35: mehr Aufmerksamkeit auf, denn die Neurodivergenz zu haben.

00:26:39: Klar, es gibt Menschen da draußen, die mich nicht mögen.

00:26:42: Das ist normal.

00:26:44: Ich werde oft nicht gemacht.

00:26:46: Ich werde auf der Arbeit nicht gemacht.

00:26:48: Ich werde beim Dating nicht gemacht.

00:26:50: Ich werde zu fünfzig Prozent nicht gemacht.

00:26:54: Dadurch entsteht Mobbing, Ausgrenzung, das Gefühl allein zu sein.

00:27:01: Aber trotzdem... mach ich es und egal wie viele leute vielleicht schlecht über mich reden über meine projekte reden ich kriege nachrichten die mich immer wieder motivieren weiter zu machen.

00:27:15: positive.

00:27:17: manchmal sind negative mehr als die positiven aber das ist mir egal weil ich weiß warum ich es tue und ich selbst.

00:27:24: wenn es nur eine person ist die der ich damit helfen kann dann hat dieses projekt einen sinn.

00:27:30: und ja damit sind wir am ende der heutigen Folge.

00:27:36: Wenn dir dieser Einblick geholfen hat und du Neurodivergents besser verstehen möchtest, findest du mich auch auf meinen anderen Kanälen, wie schon erwähnt.

00:27:45: Unter Real Mike, ich bin auf Instagram, YouTube, TikTok, Twitch aktiv und teile dort persönliche Einblicke in meinen Alltag.

00:27:56: Fachliche Inhalte findest du bei Autismustalk.podcast auf Instagram.

00:28:03: Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, folgt mir gerne hier im Podcast oder woanders, egal, damit du keine weiteren Folgen verpasst.

00:28:13: Danke, dass du heute zugehört hast.

00:28:16: Und ja, bleib einzigartig, wie immer.

00:28:19: Auf Wiedersehen.

00:28:21: Auf Wiederhören.

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